BMW R nineT Urban G/S Drehzahlmesser nachrüsten
Ein neueres Motorrad ohne Drehzahlmesser gibt es sowas?
Ja leider. In der Grundausstattung meiner Urban!
Wenn man es gewohnt ist während der Fahrt die Drehzahlen zu beachten, ist dies ein NOGO.
Bei schlechtem Gehör und lautem Fahrzeugverkehr auf der Straße geht das Gefühl für die momentane Motorleistung verloren und der Wunsch zur Nachrüstung wird erweckt.
Da gibt es einiges an Möglichkeiten, wobei ich mich für das Modell der Firma MMB-Instrumente entschieden hatte, zu erwerben bei dem BMW-Ausrüster Wunderlich (Euro 225,90).

Leider stellt die Firma MMB-Instrumente nach Auskunft auf ihrer Internetseite den Geschäftsbetrieb schrittweise bis 2025 ein und begründet dies mit “ Problem Produktionsstandort Deutschland“. Dieses wichtige Thema wird ebenfalls von vielen Industrien unserer aktuellen Politik angelastet.
Das angebotene Instrument entspricht dem Design des BMW-Tachos und passt ebenfalls hinter die Halterung der Verkleidungsscheibe für die Lampenmaske.
Selbst für einfache Schrauber ist der Anbau nach der beiliegenden Anleitung nachvollziehbar. Die Anzeigedose wird durch eine Adapterplatte von unten an der Tachodose befestigt. Dabei wird eine vorhandene kurze Schraube, die den Tacho hält, durch eine längere ersetzt. Die Stromversorgung erfolgt über die Bordsteckdose. Das vorhandene Kabel wird abgezogen und über das neue Kabel des Drehzahlmesseranschlusses geschleift bzw. gebrückt. Ein weiteres einzelnes Kabel führt an ein farblich gekennzeichnetes Zündspulenanschlusskabel. Dabei muss das Originalkabel angestochen werden. Dieses ist möglicherweise eine Schwachstelle, da ich solche Kabelverbindungen nicht für optimal halte. Etwas Dichtband soll hier vor Korrosion schützen. Ebenfalls ergibt sich die Befürchtung bei Durchfahren von Wasserlöchern eine Wässerung der Zündspulensteckverbindungen, die nicht wassergeschützt sind – mit welchen Folgen?
Lagen die Zündspulen bei den Urmodellen nicht geschützt höher unter dem Tank?
Der Drehzahlmesser wird über den Anschluss der Bordsteckdose versorgt und erhält demnach permanent Strom direkt von der Batterie. Dieses erkennbar an der Innenbeleuchtung des Drehzahlmessers. Nach Abzug des Zündschlüssels ist das Innenleuchtmittel noch eine kurze Zeit in Betrieb also länger als die Tachobeleuchtung. Als elektronischer Laie vermute ich ein Relais im Drehzahlmesser, welches dann eine Stromunterbrechung vornimmt.
Merkwürdig ist das Verhalten bei einem Anschluss des Ladegerätes über die Bordsteckdose im CAN-Bus Modus, in diesem Fall mit dem OptiMATE4 Batterieladegerät. Beim Laden geht die Drehzahlmesserbeleuchtung an – wechselt das Gerät aber in den Spannungserhaltungstest oder in die automatische Batteriewartung schaltet sich der Drehzahlmesserbetrieb entsprechend laufend ein und aus.
Durch den zusätzlichen Stromverbraucher verringert sich zusätzlich die Ladeleistung und damit ergibt sich ebenfalls eine längere Ladezeit. Damit dieser unglückliche Umstand vermieden wird, entferne ich das Kabel für die Stromversorgung des Drehzahlmessers und verbinde die Steckdose wieder direkt mit der originalen Zuleitung. Das Öffnen der Steckverbindungen ist schnell erledigt und das Laden der Batterie wird meist in den Monaten außerhalb der Motorradsaison vorgenommen.