Porsche 914 2.0 mit Bosch D-Jetronic ruckelt im Teillastbereich besonders bei kalter Außentemperatur

Die Kraftstoffversorgung ist wesentlich eine Kombinationsabhängigkeit aus bestimmten zusammengehörenden Bosch-Komponenten, wie das ECU-Steuergerät (Electronic Control Unit), den Saugrohrdruckfühler (SDF hier Typ 2) und einstellbarem Kraftstoffdruckregler (OE-Referenznr.: PCG133030A, 311133030A, 311133030). (Beispiel: Bosch 0280100043, 0044 OEM 039906051 – ECU Steuergerät 0280000043, 0280000052)

Weiterführende Links
https://jetronic.org/de/forum
https://jetronic.org/de/d-jetronic/steuergeraet#Liste

Prüfung des Kraftstoffdrucks

Arbeitsweg: Den Schlauch der Kraftstoffdruckmessuhr (Qualität und Genauigkeit beachten) an das Teilstück der festen Kraftstoffleitung (Position etwa unter dem SDF, Schraube Schlüsselweite 7mm mit Nuss öffnen, geringen ausfließenden Kraftstoff mit Lappen auffangen) aufdrücken/ anschließen (bei Probefahrt mit angeschlossener Messuhr gut mit Schelle befestigen). Zündung anschalten, danach sollte die Messuhr 2,00 bar anzeigen und nach Zündung-Aus diesen Druck halten. Der Kraftstoffdruck wird über den in der Ringleitung sitzenden Kraftstoffdruckregler (Position auf der gegenüberliegenden Seite vom SDF) eingestellt (Einstellschraube (Schlüsselweite 13mm Kontermutter/ 10mm Verstellschraube).

Eine Prüfung des Kraftstoffdruckfreglers und Saugrohrdruckfühlers kann das Problem beurteilen und bei entsprechenden Maßnahmen beheben.

Saugrohrdruckfühler VW Porsche 914
Saugrohrdruckfühler VW Porsche 914 vor den beiden Ansaugrohren
Kraftstoffdruckregler VW Porsche 914
Kraftstoffdruckregler VW Porsche 914 in der Ringleitung auf der linken Fahzeugseite

 

Der Kraftstoffdruck bei einer Bosch D-Jetronic kann sich verändern. Da das System im Porsche 914 (bei den 1.7 und 2.0-Liter-Modellen) konstant 2,0 bar (Toleranz ca. ± 0,1 bar) benötigt, führt ein sowohl zu hoher als auch zu niedriger Druck zu Motorproblemen.

1. Warum der Kraftstoffdruck zu niedrig ist

  • Defekter Kraftstoffdruckregler: Die Membran im Regler altert, wird porös oder die interne Feder erlahmt. Dadurch fließt zu viel Kraftstoff ungenutzt über den Rücklauf zurück in den Tank.
  • Verstopfter Kraftstofffilter: Ein zugesetzter Filter erhöht den Widerstand vor der Einspritzanlage und lässt den Systemdruck einbrechen. Einen verstopften Kraftstofffilter erkennt man am typischen Leistungsverlust unter Last sowie an Ruckeln und Aussetzern beim Beschleunigen.
  • Verschlissene Kraftstoffpumpe: Die elektrische Pumpe verliert im Alter an mechanischer Leistung oder zieht intern Nebenluft. In der Regel sind originale 914 Kraftstoffpumpen verbraucht und durch neuere Modelle ersetzt.
  • Spannungsabfall an der Pumpe: Korrodierte Kontakte, ein gealtertes Kraftstoffpumpenrelais oder eine schwache Batterie/Lichtmaschine sorgen dafür, dass die Pumpe nicht mit der vollen Spannung versorgt wird und zu langsam dreht.
  • Verstopftes Sieb im Tank: Rost- oder Lackpartikel aus einem alten Tank setzen das Ansaugsieb zu.

2. Warum der Kraftstoffdruck zu hoch ist

  • Blockierter oder verengter Kraftstoffrücklauf: Wenn die Rücklaufleitung zum Tank geknickt, verstopft oder die Tankbelüftung fehlerhaft ist, entsteht ein Staudruck. Der Regler kann den Druck nicht mehr abbauen.
  • Falsch eingestellter Druckregler: Der Druckregler beim 914 besitzt eine Einstellschraube. Wurde diese fälschlicherweise hineingedreht, steigt der Druck über den Sollwert.
  • Feststehender Druckregler: Das Ventil im Inneren des Reglers kann durch lange Standzeiten oder Verschmutzungen in geschlossener Position verklemmen.

3. Warum der Kraftstoffdruck schwankt oder abfällt

  • Dampfblasenbildung (Heat Soak): Bei heißem Motor und abgestelltem Fahrzeug kann der Kraftstoff in den Leitungen kochen. Das führt nach dem Abstellen zu Druckschwankungen und den typischen Warmstartproblemen.
  • Undichte Einspritzventile oder Kaltstartventil: Tropfen die Ventile im geschlossenen Zustand nach, fällt der Druck nach dem Abstellen des Motors rasch ab.
  • Nach dem Abstellen des Motors sollte der Druck nicht sofort abfallen. Ein langsamer Abfall auf ca. 0,5 bar weist auf Undichtigkeiten oder ein defektes Rückschlagventil in der Kraftstoffpumpe hin.

4. Defekter oder nicht in das System passender nachträglich verbauter Saugrohrdruckfühler

Das zweitwichtigste Teils der D-Jetronic ist der Saugrohrdruckfühler. Er misst indirekt die angesaugte Luftmenge und liefert diese Information an das Steuergerät. Seine elektrische Funktion ist integraler Bestandteil der Steuergeräteelektronik. Die Gehäuseteile des Fühlers sind im Originalzustand vernietet. Sind hier Schrauben verbaut wurde das Gerät geöffnet und arbeitet möglicherweise nicht mehr korrekt.
Zusammen mit einem ECU-Steuergerät darf im System nur ein bestimmter Saugrohrdruckfühler verbaut sein.

Der Fühler arbeitet mit einer inneren Membran, die auf Saugrohrunterdruck reagiert. Bei einer Unterdruck- und Dichtheitsprüfung erzeugt man vorsichtig ein Vakuum. Das System muss das Vakuum stabil halten – fällt der Druck ab, ist die innere Membran beschädigt und der Fühler somit defekt.
Für eine Reparatur des Saugrohrdruckfühler sind besondere Kenntnisse erforderlich sowie Neuteile nicht mehr lieferbar.

Weiterführender Link
https://jetronic.org/de/d-jetronic/druckfuehler